
Berberin ist ein Pflanzenstoff, der seit Jahrhunderten in der Naturheilkunde genutzt wird. Er kommt in verschiedenen Heilpflanzen vor, darunter die Berberitze, die in Europa, Asien und Nordamerika wächst. Schon in der traditionellen chinesischen Medizin und im Ayurveda wurde der Pflanzenstoff geschätzt – damals vor allem in Form von Wurzelauszügen und Tees.
Heute ist Berberin als Nahrungsergänzungsmittel weitverbreitet. Doch trotz der natürlichen Herkunft stellt sich eine wichtige Frage: Ist es wirklich für jeden geeignet?
Wie bei vielen pflanzlichen Stoffen können auch hier Nebenwirkungen auftreten. Besonders Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen oder die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten genauer hinschauen.
In diesem Artikel erfährst Du, welche Nebenwirkungen Berberin haben kann, wer auf die Einnahme verzichten sollte und worauf bei der Dosierung zu achten ist.
Was macht diesen Pflanzenstoff aus? Inhaltsstoffe und biologische Eigenschaften
Es ist ein pflanzliches Alkaloid, das in verschiedenen Pflanzen wie der Berberitze, der kanadischen Gelbwurz und der Goldfadenwurzel vorkommt. Seit Jahrhunderten wird es aus diesen Pflanzen extrahiert und für verschiedene Verwendungszwecke genutzt.
Wissenschaftlich betrachtet gehört der Pflanzenstoff zu den Isochinolin-Alkaloiden, einer Stoffgruppe, die in der Natur weitverbreitet ist. Alkaloide sind Pflanzenstoffe, die Stickstoff enthalten und in der Regel eine intensive Farbe haben – bei Berberin ist es ein auffälliges Gelb.
Aktuelle Studien haben sich mit den Eigenschaften von Berberin beschäftigt. Eine Untersuchung von Lichao Zhang befasste sich mit dem Zusammenhang zwischen dem Pflanzenstoff und der Darmflora. Dabei wurde unter anderem analysiert, ob sich nach der Einnahme die Zusammensetzung bestimmter Bakterienstämme verändert.
Diese Anpassungen könnten erklären, warum manche Menschen unterschiedlich auf den Pflanzenstoff reagieren. Die Berberin Wirkung auf den Darm ist noch nicht vollständig erforscht, steht aber weiterhin im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen.
Ein weiterer wissenschaftlicher Untersuchungsbereich ist, wie der Pflanzenstoff im Körper abgebaut wird. Eine Studie von Ying Guo untersuchte, wie der Pflanzenstoff in der Leber verstoffwechselt wird. Dabei fanden die Forschenden heraus, dass er hauptsächlich durch ein bestimmtes Enzym, CYP2D6, verarbeitet wird.
CYP2D6 gehört zur Gruppe der sogenannten Cytochrom-P450-Enzyme. Diese Enzyme sind wichtig für den Stoffwechsel, weil sie dabei helfen, verschiedene Substanzen im Körper abzubauen – dazu gehören sowohl körpereigene Stoffe als auch Medikamente.
Neben CYP2D6 waren in der Untersuchung auch andere Enzyme beteiligt, darunter CYP1A2, CYP3A4, CYP2E1 und CYP2C19. Jedes dieser Enzyme übernimmt eine andere Aufgabe beim Abbau von Stoffen in der Leber.
Das bedeutet, dass der Pflanzenstoff auf unterschiedliche Weise verarbeitet wird und möglicherweise mit anderen Substanzen interagieren könnte. Besonders für Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, kann das relevant sein, da sich die Wirkung von Medikamenten durch eine gleichzeitige Berberin-Einnahme verändern könnte.
Er ist also ein interessanter Pflanzenstoff, dessen Eigenschaften in der Wissenschaft weiter erforscht werden. Doch wie bei vielen natürlichen Substanzen kann es auch Nebenwirkungen geben.

Warum kann Berberin Nebenwirkungen haben?
Nicht jeder Mensch verträgt Berberin gleich gut. Während einige keine Veränderungen bemerken, berichten andere über Magen-Darm-Beschwerden oder andere unerwünschte Reaktionen. Doch warum reagiert der Körper so unterschiedlich?
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Empfindlichkeit des Verdauungssystems
Ein häufiger Grund für Nebenwirkungen ist die individuelle Reaktion des Magen-Darm-Trakts. Manche Menschen haben eine empfindlichere Verdauung oder eine Darmflora, die stärker auf Veränderungen reagiert.
Der Pflanzenstoff wird nicht vollständig vom Körper aufgenommen, sondern gelangt in den Darm, wo er mit der dort lebenden Bakteriengemeinschaft interagiert.
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Abbau in der Leber und individuelle Stoffwechselprozesse
Wie schnell es im Körper verarbeitet wird, hängt vom Stoffwechsel ab. Bestimmte Enzyme in der Leber sind für den Abbau zuständig – aber nicht jeder Mensch hat gleich aktive Enzyme.
Einige bauen den Pflanzenstoff langsamer ab, was zu einer höheren Konzentration im Körper führen könnte. Andere metabolisieren es schneller, wodurch sich mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten verändern können.
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Dosierung und Einnahmezeitpunkt
Die Dosis macht den Unterschied: Eine höhere Berberin Dosierung kann eher Nebenwirkungen auslösen, besonders wenn sich der Körper erst daran gewöhnen muss.
Auch der Einnahmezeitpunkt spielt eine Rolle. Manche Menschen vertragen den Pflanzenstoff besser, wenn er zu einer Mahlzeit eingenommen wird, da dies den direkten Kontakt mit der Magenwand reduziert und eine langsamere Aufnahme ermöglicht.
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Wechselwirkungen mit anderen Stoffen
Da Berberin in der Leber verarbeitet wird, könnte es mit Medikamenten konkurrieren, die über denselben Weg verarbeitet werden. Das betrifft unter anderem einige Blutdruckmittel, Cholesterinsenker oder Medikamente gegen Diabetes.
Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte vor der Einnahme Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt halten.

Mögliche Nebenwirkungen von Berberin
Wie bei vielen pflanzlichen Stoffen können auch bei Berberin unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Diese betreffen vor allem die Verdauung, können aber auch andere Bereiche des Körpers beeinflussen.
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Magen-Darm-Beschwerden
Manche Menschen reagieren empfindlich auf Berberin. Übelkeit, Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall können besonders zu Beginn der Einnahme auftreten.
Hinweis: Nimm den Pflanzenstoff mit einer Mahlzeit ein, steigere die Menge langsam und trinke ausreichend Wasser.
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Müdigkeit und Erschöpfung
Einige Menschen berichten nach der Einnahme von Müdigkeit oder Energiemangel. Die Ursachen dafür sind nicht abschließend geklärt.
Hinweis: Probiere eine geringere Menge aus oder wechsle die Einnahme auf den Abend, um mögliche Einschränkungen im Alltag zu vermeiden.
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Kopfschmerzen und Schwindel
Obwohl selten, berichten manche Personen von Kopfschmerzen oder leichtem Schwindel.
Hinweis: Verschiebe die Einnahme auf einen anderen Zeitpunkt und achte darauf, genug zu trinken.
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Wechselwirkungen mit Medikamenten
Da Berberin über bestimmte Leberenzyme abgebaut wird, kann es die Verarbeitung einiger Medikamente beeinflussen. Das betrifft auch Mittel, die bei Bluthochdruck eingesetzt werden. Bestimmte Wirkstoffe werden dadurch möglicherweise langsamer oder schneller abgebaut, was ihre Wirkung verändern könnte.
Besonders betroffen sind:
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Blutdrucksenker (Beta-Blocker, ACE-Hemmer)
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Cholesterinsenker (Statine)
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Medikamente gegen Diabetes (Metformin, Sulfonylharnstoffe)
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Blutverdünner (Warfarin, Clopidogrel)
Hinweis: Nimmst Du regelmäßig Medikamente ein? Dann sprich vorher mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden.
Wie sieht eine sichere Einnahme aus?
Berberin solltest Du nicht wahllos einnehmen. Dein Körper muss sich erst daran gewöhnen, deshalb ist es sinnvoll, mit einer kleinen Menge zu starten und zu beobachten, wie Du es verträgst.
Der Pflanzenstoff hat keine feste Standarddosierung, weil jeder Körper unterschiedlich darauf reagiert. In Nahrungsergänzungsmitteln wird Berberin meist in Mengen zwischen 500 mg und 1500 mg pro Tag eingesetzt.
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Starte mit einer niedrigen Menge und steigere sie langsam, wenn Du Dich damit wohlfühlst.
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Nimm Berberin zu einer Mahlzeit ein – das kann den Magen entlasten.
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Warum diese Kombination?
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Vitamin C aus Hagebutten trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
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Zink und Biotin tragen zum normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen und zur Erhaltung von Haut sowie Haaren bei.
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Vitamin B6 und B12 tragen zur normalen Funktion des Nervensystems bei.
Wer Berberin zu hoch dosiert, kann Nebenwirkungen wie Verdauungsprobleme oder Müdigkeit verstärken. Bleib am besten bei der empfohlenen Tagesdosis.
Fazit – Ist der Pflanzenstoff für Dich geeignet?
Jeder Körper reagiert anders auf Berberin. Während viele es gut vertragen, können manche empfindlicher darauf reagieren. Wenn Du den Pflanzenstoff ausprobierst, starte mit einer kleinen Menge und beobachte, wie Dein Körper darauf reagiert.
Bist Du unsicher oder hast gesundheitliche Einschränkungen? Dann sprich vor der Einnahme mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt. So kannst Du sicherstellen, dass Berberin für Dich geeignet ist.